Gilda Razani I Theremin & Saxophone Gilda Razani I Theremin & Saxophone Gilda Razani I Theremin & Saxophone Gilda Razani I Theremin & Saxophone Gilda Razani I Theremin & Saxophone

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Aztek Electronic Music 2015

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Remembrance Timelinerecords 2009

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Szene Ruhr Sampler 2011

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Autumn Leaves Vol 1 Nightclubrecords 2006

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Traumzeitsampler 2006

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Transorient Orchestra – Live 2009, Makro Musikverlag

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Transorient Orchestra – Karadeniz 2005, yaboa music

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Karadeniz 2005 yaboa music

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Fazemag Mai 2017
Gilda Razani und Hans Wanning sind gemeinsam About Aphrodite. Sie bestechen durch elektronische Musik, kombiniert mit akustischen Instrumenten, gefüllt mit tiefen Beats, melancholischen Melodien, hypnotischen Sphären und Mustern mit ausgeprägtem Charakter. Sowohl im Club als auch auf Konzerten harmonieren die beiden in einer soundtech- nischen Symbiose. Razani ist für das Theremin, Saxophon und die Live-Elektronik zuständig. Wanning bedient das Piano, die Keyboards und die Live-Elektronik. Ihr aktuelles Programm heißt About Aphrodite//Membran Music, das sie auch mit Visual Arts verbinden.
Sie bespielten u. a. bereits das Fusion Festival genauso wie das Les Digitales in der Schweiz, das Spirit of the Woodstock Festival in Italien und auch das Jazz Province in Russland. Darüber hinaus sind sie seit 2015 für zahlreiche Kompositionen und Soundtracks im deutschen WDR-Fernsehen verantwortlich, darunter für die Serien „Hashtag“ so- wie „Schrecklich Schön“. Musikalisch besonders geprägt hat Wanning seine Zeit während des Studiums für Jazzpiano und klassische Kom- position in Amsterdam. „Ich habe in einer WG mit drei anderen Keyboar- dern gewohnt. Auf dem Dachboden unseres Hauses haben wir das gesamte Equipment aufgebaut und fröhliche Sessions mit diversen Ataris, DX7 etc. gemacht. Ständig gab es Probleme mit dem Syncen und überhaupt mit dem ganzen technischen Kram, trotzdem haben wir viel verrücktes Zeug zusammengeschraubt ohne jeden Verwertungsanspruch. Damals war Joe Zawinul als Jazzkeyboarder und durch seinen Umgang mit Sounds das Maß aller Dinge für mich. Vor ungefähr sechs Jahren habe ich ,The Last Resort’ von Trentemøller gehört und mich daraufhin mit allen möglichen Spielarten elektronischer Musik beschäftigt – viel Techno, aber auch experimentellere elektroakustische Sachen aus der Neue-Musik-Szene. Oft habe ich einfach nur Klavier dazu gespielt und geguckt, was mich irgendwie inspiriert.“
Razani hat ein Studium als Orchestermusikerin für Saxofon in Detmold abgeschlossen „Nach dem Studium bin ich eines Morgens aufgewacht und wusste, dass ich jetzt Theremin lernen möchte. Es ist der älteste elektronische Klangerzeuger und wird vollkommen berührungslos gespielt. Dadurch entwickelte ich auch ein Faible für Live-Elektronik.“ Hans:„Auf jeden Fall ist das Theremin ein starker Teil unserer Soundidentität. Auch und gerade weil Gilda soviel mit der Verfremdung des Originalklangs arbeitet. Für mich sind Octatrack und Klavier bzw. Synthesizer die bestimmenden Medien.“ Improvisation spielt bei den beiden eine große Rolle. „Ich benutze ein Chaos-Pad, das mit dem Octatrack von Hans vernetzt ist, und einen Midi Fighter Controller, mit dem ich Samples und Loops bearbeite. Ich spiele ein Selmer Balanced Action Tenorsaxofon und ein Etherwave Pro Theremin von Moog über meine Strymon und Elektro-Harmonix-Effekte sowie B-Box-Verzerrer“, erzählt Razani. „Ich improvisiere eigentlich die ganze Zeit. Wir verabreden in unserem Live-Set nur bestimmte Eckpunkte, den Rest improvisieren wir zu den Punkten hin. Ich kreiere das Geräuschhafte, die Drohnen, mit meinen Instrumenten oder meiner Live-Elektronik. Auch unsere Melodien und Harmonien wie zum Beispiel in unserem neuen Stück ,Eismond’, das man bei SoundCloud schon hören kann, sind alle improvisiert.“ Wannings Setup hingegen besteht aus „… einem Nordstage 2, Nordlead A1, Evolver und einem Moog Minitaur für Bass-Sequenzen. Das Octatrack läuft als Master, der Computer liefert einige Samples, Softsynths und Effekte. Die Sachen werden über eine Controllerkonfiguration aus Ableton Push, Midi Fighter etc. gesteuert. Manchmal greift Gilda auch noch über das Theremin via CV to Midi in das Rechnergeschehen ein. Pro Track gibt es einen überschaubaren Baukasten aus Sequenzen, Basic-Loops, Sounds und Athmos, die den Grundcharakter definieren. Alles Weitere wird improvisiert, das heißt, wie wir den Track aufbauen, was wir auf unseren Instrumenten spielen und wie das elektroni- sche Material bearbeitet wird.“
Ihr Ziel? „Die Verbindung von groove- und looplastiger sowie texture- und athmoartiger Elektronik mit längeren melodischen Bögen und einer etwas weiter entwickelten Harmonik.“ Und das möglichst organisch und hyp- notisch. Dies zeigten sie bereits auf ihren beiden Alben „Ocean Lily“ und „Faktor X“. Nun arbeiten sie an neuem Material. „Der Anteil an Improvisation und Drones ist jetzt viel höher, außerdem nehmen wir unsere neuen Alben als Live-Sessions auf. Wir suchen dafür noch ein Label in Europa, bis jetzt waren wir bei Aztek Electronic Music in Australien.“ Nach dem Highlight im vergangenen Jahr, wo sie im Luftschloss der Fusion spielten, und nachdem sie bei einer einwöchigen Tour durch Russland in ausverkauften Theatern und Philharmonien spielten, freuen sie sich bereits auf die beiden Festivals Skandalös sowie Klangtherapie, welche im Sommer stattfinden werden. „Außerdem planen wir neben den Arbeiten an den neuen Alben auch eine große Release-Tour im Herbst.“
Rafael Da Cruz

concerto Österreich April 2016
Liest man im Vorfeld im Booklet Instrumente wie Theremin und Saxophon, gespielt von Gilda Razani und Piano beziehungsweise Elektronik von Hans Wanning, erweckt dies in Verbindung mit so klingenden Titeln wie ‚Sternspringer‘,’Das Meer der Träume‘ oder ‚Weltenbaumeister‘ gewisse Vorstellungen oder Erwartungen.Kommen doch beide Protagonisten aus dem Jazzbereich.Da kann es schon zu leichten Irritationen im ersten Moment kommen, wenn ein wummernder Bass loslegt und sich die Geschichte nach den ersten Takten in einen veritablen Technobeat mit entsprechender Schlagzahl entwickelt.Und genau dann setzen die beiden ihre obergenannten Instrumente punktgenau ein, durchstoßen somit monotone Züge und eröffnen immer wieder gekonnt neue Sphären.Ja, natürlich könnte dies auch unter Umständen anstelle eines DJ- Gigs in einem Technoclub durchgehen, aber diese feine gefühlvolle Abfolge als Gegenpart zu den kräftigen vordergründig erscheinenden, harten Beats sind das besondere und herausragende Merkmal.Hier wird das Pferd quasi von hinten aufgezogen, es bedient sich nicht ein DJ einiger Liveinstrumente, hier nutzen Soundtüftler aus der handwerklichen Riege harte Technobeats für ihre Performance, und somit sind auch die Namen der einzelnen Stücke wieder schlüssig. Sehr interessant!
tawo

nrwjazz.net April 2016
Das Sich-Neuerfinden, was man jedem kreativen Musiker wünschen möchte, erfolgt bei Gilda Razani und Hans Wanning nicht schubweise, sondern ist ein kontinuierlicher Prozess. Seit zwei Jahren treten die beiden als Elektronik-Duo „About Aphrodite“ auf. Das aktuelle Album des Duos markiert einen neuen Reifelevel, der von künstlerischer Konsequenz zeugt. Denn die lebt in der besonderen Art der beiden Dortmunder, improvisatorische Elemente und inspirierte musikalische Ideen sowie den kreativen Umgang mit elektronischen und akustischen Elementen zum großen Ganzen zu vereinen. Das ist schon lange viel mehr als mutiges Crossover. Wie ästhetisch relevant und auch funktional sehr gut brauchbar die Schöpfungen der beiden sind, markiert ein weiterer Umstand aufs eindrücklichste: Hanns Wanning und Gilda Razani wurden zur musikalischen Ausgestaltung einer tief bewegenden ARD-Dokumentation über die Opfer des Germanwings-Katastrophe beauftragt.Mit weniger Tragik, dafür mit umso mehr märchenhafter Atmosphäre und rhythmischer Wucht für den Dancefloor kommt die aktuelle CD „Faktor X“ daher. Die Tracks dieser neuen Platte führen – von den beiden tief verstanden! – hinein in die energetischen Epizentren eines mal housigen, mal trancigen oder auch subtil technoiden „Four to the Flour“- Beats und deren Vielgestalt revidiert auch die letzten hartnäckigen Vorurteile, dass elektronische Tanzmusik „monoton“ oder „stumpf“ daherkommt. Ob es auch daran liegt, dass der Pianist und Keyboarder Hans Wanning und die Saxofonistin und Thereminspielerin Gilda Razani aus der Variabilität von Jazz und Improvisierter Musik kommen. Dass sie als profunde Instrumentenbeherrscher ihre Musik erst mal ausgiebig live vor Publikum ausprobieren, bevor alles schließlich auf Platte kommt?Die Tracks dieser Platte sind so atmosphärisch und emotional vielgestaltig, wie sie heißen: „Weltenbaumeister“. „Die Zukunft beginnt von vorn“ oder „Das Meer“. Unablässig schieben tiefe Bassimpulse voran, sphärische Hintergrundsounds weiten das Panorama. Viel Wärme produzieren die fetten, räumlichen Abmischungen – wo viele „Konkurrenzprodukte“ oft zu trocken daher kommen. So wird der Hörende mitgenommen. Treffsicher eingesetzte Klaviermotive, ein Saxofonton, vokale Laute entfalten gerade durch ihren konsequenten Minimalismus um so „maximalere“ Wirkungen und liefern emotionale Farbtupfer im richtigen Moment. Keine Spur von Floskeln oder Plattitüden – eine Falle, in die sonst viele tappen bei so etwas! Dafür umso mehr, dramaturgisch geschickt platzierte Impulse im richtigen Moment. Ein Laut der Stimme, wo nur der Klang die Emotion transportiert. Geräusche, die mal eine Textur erzeugen oder auch einen Imulse freisetzen. Vereinzelte Klavierakkorde, die um so „musikalischer“ wirken, wenn sie in die Abstraktion hinein fallen. Und da sind auch wieder – aber viel „hintergründiger“ als beim Vorgängeralbum eingesetzt – die sphärisch singenden Bögen, die entstehen, wenn Gilda Razanis Hände auf dem Theremin imaginäre Figuren in unsichtbare Magnetfelder hinein zeichnen. Dies alles vollzieht sich auf dem neuen Album in einer bezwingenden Dichte und vorbildhafter kreativer Reichhaltigkeit. Die Konzepte sind alle nicht revolutionär neu, aber wollen dies auch nicht sein. Stattdessen werden sie weitergedacht und mit authentischem Leben angefüllt. Und das ist innerhalb einer gewissen Schnelllebigkeit von elektronischen Popmusiktrends eine ganz wichtige Qualität!
Stefan Pieper

WAZ Der Westen März 2016
Dortmunder Duo findet den Weg zwischen Elektro und Jazz
About Aphrodite (Gilda Razani und Hans Wanning) aus Dortmund verbinden Jazz und Techno auf gekonnte Weise.
Dem Dortmunder Duo About Aphrodite gelingt die Fusion zweier auf den ersten Blick nicht zusammenpassender Musik-Genres: Elektro und Jazz.
Es gibt keine Schublade, in die die Musik von Gilda Razani and Hans Wanning auf Anhieb passt. Die Bässe wummern monoton, Elektroklänge flirren und weisen ganz klar die Richtung: Hier handelt es sich um Techno. Doch plötzlich durchbricht ein Saxophon die Monotonie. Klavier-Passagen, mal klassisch warm, mal jazzig verspielt, nehmen den Zuhörer an die Hand in ein Genre, das es so noch gar nicht gibt: Techno-Jazz.
Der Fokus von About Aphrodite liegt ganz klar auf elektronischen Sounds, nachdem sich die beiden Musiker unter dem Projektnamen Sub.Vision in der Jazz-Szene einen Namen gemacht hatten. Hans Wanning spielt seine Synthies sehr technolastig. Gilda Razani, eigentlich Saxophonistin, verleiht den Stücken mit dem Theremin, einem ganz besonderen elektronischen Instrument, eine ganz besondere Note. So ist „Faktor X“, das aktuelle Album der beiden Dortmunder, zwar ganz eindeutig ein Elektro-Album, doch auch Jazz-Fans könnten auf den Geschmack kommen und lernen, die musikalischen Vorzüge von Techno schätzen zu lernen.
Live verbinden die beiden Musiker ihre Wurzeln und ihre neue musikalische Leidenschaft noch viel intensiver als auf dem Album. Gilda Razani spielt mehr Saxophon, Wanning wechselt fliegend zwischen seinen Synthies und einem Flügel hin und her. Das volle Programm wird improvisiert, ohne für Elektro-Fans zu jazzig zu werden.
Im Interview sprechen Gilda Razani und Hans Wanning über ihren Weg, elektronische Musik in Jazz zu verknüpfen und was sie über musikalische Schubladen denken.
Gilda und Hans, Wie kam es zu dem Projekt?
Gilda Razani: Das hat sich aus unseren anderen Projekten entwickelt. Wir hatten vorher das Projekt Subvision, das war noch ein bisschen jazziger. Dann fing ich an, Theremin zu lernen und mich für elektronische Musik zu interessieren. Bei Hans war es parallel ebenso. So sind wir in das neue Projekt übergegangen und konnten uns auch nicht mehr um das alte Projekt kümmern.
Wie kamst du auf die Idee, Thermin zu lernen?
Gilda: ich bin eines Morgens aufgewacht und hatte das Gefühl, ich müsste jetzt Theremin lernen. Ich bin ja eigentlich Saxophonistin und eigentlich reicht das ja auch. Aber irgendwie kam es so über mich.
Was macht das Instrument so speziell?
Gilda: Es ist ein tolles Gefühl, berührungslos zu spielen und die Töne zu erfühlen.
Welche Fertigkeiten werden benötigt?
Gilda: Man braucht einen festen Stand und darf nicht wackeln. Sonst hat man einen anderen Ton. Die Töne verändern sich, wenn man sich im elektromagnetischen Feld des Theremins bewegt. Das ist nicht gerade einfach.
Bei Auftritten wechselst du aber oft zwischen Saxophon und Theremin hin und her.
Gilda: Das macht es noch schwieriger. Aber bis jetzt bleibe ich auch dem Saxophon treu.
Hans, dein Piano-Spiel klingt nach klassischer Ausblidung.
Hans Wanning: Ich bin an allem interessiert, ein Allrounder. Als Kind habe ich natürlich klassische Stücke gespielt, aber schon damals habe ich darüber auch improvisiert. Das ist in mir offenbar so angelegt. Ich habe die Genre-Grenzen nie eingehalten.
Woher kam dann das Interesse an Elektro?
Hans: Eigentlich habe ich mich schon seit meiner Jugend dafür interessiert, was mit Synthesizern möglich ist. Schon zu meiner Studentenzeit hatten wir mit drei Keyboardern alles Mögliche auf einen Dachboden gepackt und aufgebaut. Wir hatten etliche Keyboards, Computer, dann kam noch ein Gitarrist dazu, der auch unheimlich viel Zeug hatte. Da hat das schon begonnen. Dabei hat mich die elektronische Musik selbst gar nicht so angezogen. Eher das Keyboardspiel von Leuten wie Joe Zawinul.
Das Interesse an elektronischer Musik kam jetzt durch meine plötzliche Faszination für Berliner Techno. Das hat eine ganz eigentümliche Ästhetik und Dinge, die für mich früher überhaupt keine Rolle gespielt haben.
Was zum Beispiel?
Hans: Techno lässt die Grenzen zwischen Klang, Lärm und Rauschen verschwimmen. Es ist wesentlich, dass man daraus eine Klangskulptur formt, die sich dann über die Zeit ausdehnt. Das finde ich unheimlich attraktiv.
Wisst ihr schon, in welche Richtung sich eure Musik entwickeln soll? Auf eurem Konzert und auch auf dem aktuellen Album „Faktor X“ wirkt ihr noch etwas unentschlossen.
Hans: Wir sind uns natürlich nicht immer einig, wie groß der Anteil der unterschiedlichen Elemente sein soll. Aber es ist nicht so, dass wir in unterschiedliche Richtungen streben. Wir versuchen live möglichst viel zu improvisieren. Live spiele ich viel mehr Klavier als auf dem Album. Das wird sich auch nicht ändern. Man muss aber immer genau schauen, wo es passt. Es ist unheimlich schwierig, einen melodischen Verlauf in eine Techno-Atmosphäre zu bringen, weil eine Melodie ein Subjekt ist. Viele Arten von Techno sind aber frei davon und funktionieren eher als Kollektiv. Wir wollen aber einen Weg finden, melodisch zu arbeiten, weil das unsere Stärke ist.
Geschieht die Improvisation auf der Bühne tatsächlich vollkommen ohne Absprache?
Gilda: Was wir machen, ist ohne Absprache. Innerhalb eines Stückes gibt es aber gewisse Eckpunkte, an denen wir ansetzen können. Was wir dann aber genau machen, ist nicht abgesprochen.
Elektro ist oft sehr durchgestylt und programmiert. Improvisation spielt da meist keine Rolle.
Gilda: Das versuchen wir hinzukriegen. Wir haben einzelne Bausteine, die wir unterschiedlich zusammensetzen können.
Hans: Der improvisierte Anteil wird größer. Es ist schwierig, mit den ganzen Bausteinen so zu jonglieren, dass es gut zusammenpasst und unserem Anspruch gerecht wird. Das ist anspruchsvoll, aber wir haben großen Spaß daran. Natürlich kann das auch mal in die Hose gehen. Aber Miles Davis hat gesagt, wenn man einen Fehler macht, soll man ihn zweimal machen – vielleicht wird etwas Gutes daraus. In dem Sinne sind wir auch weiterhin Jazzmusiker.
Bei vielen Elektro-Acts kehren akustische Instrumente wie Schlagzeuge und Gitarren zurück ins Studio und auf die Bühne. Könnt ihr euch vorstellen, diesen Weg auch zu gehen?
Gilda: Wir spielen ja unsere Instrumente und machen sehr viel mit Klavier, Saxophon und Theremin. Ich finde die Techno-Beats, wie sie jetzt bei uns klingen, genau gut. Wenn wir uns noch auf ein weiteres Element beziehen wollen, dann auf Video. Das spielt für uns eine große Rolle.
Hans: Ich glaube eher, dass wir eher sphärischer werden wollen, statt mit einem Schlagzeug noch mehr Power zu erzeugen. Dabei sollen dann auch die Visuals, die wir einsetzen, unterstützen. Wir können auch mal eine Viertelstunde völlig ohne Beat spielen.
Techno lebt von einer bestimmten hypnotischen Eintönigkeit. Wollt ihr noch stärker in diese Richtung oder weiterhin jazzig bleiben?
Gilda: Gerade dieses Hypnotische und immer Wiederholende finde ich gut und reizvoll. Aber das kann ja auch spontan durchbrochen werden.
Hans: Natürlich müssen wir einen Weg finden, dass sich das nicht widerspricht. Es ist völlig ungeeignet, wenn ich mit meinen bisherigen Parametern Klavier dazu spiele. Man arbeitet mehr mit Akkordwiederholungen und Arpeggio, weniger mit Jazz-Patterns. Das ist schwierig, aber eben auch unser Job.
Dortmund ist musikalisch nicht gerade der Nabel der Welt. Ist es ein Vor- oder Nachteil hier in einer Nische zu arbeiten?
Gilda: Ich habe mich auch schon gefragt, ob es nicht besser wäre, in Hamburg zu arbeiten. Aber das wissen wir nicht.
Hans: Ich fahre lieber ab und zu einfach so nach Berlin. Ich habe Kollegen, die es trotz aller Qualität nicht leicht haben. Für Musiker ist es in Berlin nicht einfach.
Hat sich die Plattenfirma gefreut, als ihr die Idee hattet, jetzt Elektro zu machen?
Hans: Wir haben ja jetzt ein neues Label aus Australien.
Warum ausgerechnet australisch?
Gilda: Das hat einfach gut mit denen geklappt.
Hans: Es ist inzwischen ja egal, wo das Label sitzt. Die haben einen guten Distributor, einen guten Layouter – es ist stimmig. Es ist nicht leicht, ein akzeptables und akzeptiertes Label zu finden.
Plant ihr mit der neuen Musik euren Durchbruch oder macht ihr einfach euer Ding und schaut, was kommt? Und wie sähe so ein Durchbruch für euch aus?
Gilda: Jaaaaa, wir wollen den Durchbruch (lacht). Und wir machen unser Ding. Ich bin total von dem, was wir jetzt machen überzeugt. Wir sind authentisch und spielen so, wie wir gerne spielen. Das verbinden wir mit dem Rhythmus, den wir beide gut finden.
Hans: Im Ergebnis würde das bedeuten, dass wir einfach viele gute Konzertmöglichkeiten haben, also mit Flügel und so weiter. Es geht nicht unbedingt darum, in irgendwelchen Clubs aufzutreten, sondern eher darum, ein einigermaßen erfolgreiches Nischen-Konzertprojekt sind. Wir würden auf viele Festivals passen.
Gilda: Wir sind so etwas wie der besondere Act (lacht).
Wo seht ihr euch in der Elektro-Szene? Viele rutschen zum Beispiel irgendwie in die Gothic-Szene, nur weil sie auf der Bühne mal schwarze Klamotten getragen haben…
Hans: Es gibt in der Elektro-Musik unglaublich viele Schubladen. Wir nehmen verschiedenste Dinge in die Hand und passen daher vermutlich in keine Schublade.
Gilda: Für uns ist unsere Musik schlüssig. Über die Schubalde müssen sich die Anderen Gedanken machen.
Stefan Reinke

Musikreviews.de Magazin für Metal, Progressive and Rock Febr. 2016
Falls es jemand noch nicht wusste: „Die Zukunft beginnt von vorn“ – und den klingenden Wegweiser dazu präsentiert uns ein deutsches Duo, das sich mit seinem Namen weit, weit in der Vergangenheit bewegt. ABOUT APHRODITE – eine musikalische Mixtur aus Electronics, Jazz, House und Techno, aber auch Harmonie und Melancholie. Und schenken wir der Aussage dieses interessanten Musik-Paares Glauben, dann ist ihre Musik eine Mischung aus „Electronic kombiniert mit akustischen Instrumenten, angefüllt mit tiefen Beats, melancholischen Melodien, hypnotischen Mustern und starken Grooves“. Eine sehr gute Beschreibung für das, was in den knapp 50 Minuten auf „Faktor X“ geschieht. Würden wir Buchstabe und Wort des Titels tauschen, wäre ebenfalls eine gute Beschreibung gefunden, denn vieles an dieser Musik würde auch als Soundtrack für „X Factor“ durchgehen.Nur bitte auf keinen Fall mit der progressiv ausgerichteten, ehemaligen VANGELIS-Band APHRODITE‘S CHILD verwechseln. Denn bei ABOUT APHRODITE treffen auf die griechische Göttin der Liebe, Schönheit und sinnlichen Begierde fast durchgängig 100 bis 130 elektronische bpm (beats per minute) sowie Piano, Saxofon und Theremin. Ob das nun scharf, schön oder verliebt macht, ist natürlich immer vom Blickwinkel des Betrachters – oder besser Hörers – abhängig. Und „Faktor X“ verlangt von ihm den breiten Ohren-Rundum-Blick nicht nur über einen, sondern gleich mehrere musikalischen Tellerränder. House und Techno erklingen genauso wie Jazz und Akustik oder seltsame Gesänge und natürliche, aber irgendwie verrückt wirkende Klang-Collagen, wie wir sie in den 80ern zu lieben begannen, als uns ein paar ausgeflippte, britische Kunst-Klang-Aktivisten ihre ganz spezielle Interpretation namens ART OF NOISE um die Ohren hauten. Und die „Kunst des Geräuschs“ scheint zugleich auch oberstes Gebot bei GILDA RAZANI und HANS WANNING, alias ABOUT APHRODITE, zu sein bzw. sind sie „unermüdlich auf der Suche nach dem ewig währenden Moment, inspiriert durch die große Sinfonie der Welt“.Wen wundert‘s da noch, dass der erste Titel des Albums „Die Zukunft beginnt von vorn“ heißt und wir uns dann im „Zeitriss“ mit dem „Weltenbaumeister“ und dem „Sternspringer“ mitten in „Das Meer der Träume“ begeben, um in der „Heimsuchung“ auf unsere „Heldin der Nacht“ zu treffen. So beginnt das komplexe Kunstwerk von ABOUT APHRODITE als ein sich langsam steigerndes Stück mit Naturgeräuschen, welche von kurz angejazzten Saxofon-Tupfern durchbrochen werden, bis plötzlich ein fetter Basston rhythmisch loslegt, sich das Saxofon mehr Freiheit einräumt, verfremdete Vocals etwas von „Born“ offenbaren und wir es am Ende mit einer Kombination aus treibendem Techno oder House und frei jazzendem Saxofon sowie unbeschreiblichen Theremin-Wellen zu tun haben!Dieser Electronic-Trip nimmt einen mit – sehr oft natürlich auch mit sich wiederholenden Rhythmen und wummernden Bässen oder fetten Beats, über denen aber immer wieder neue Klangfarben platziert werden, die von Piano, Theremin, Saxofon, Stimmen oder Samples geprägt sind.Natürlich ist diese Musik etwas für alle, denen die BPM-Rate eines Tracks besonders wichtig ist und nicht für diejenigen, die handgemachte, akustische Songs im Focus haben. Trotzdem ist das Interessante an „Factor X“, dass hier nicht nur die Electronics drauflos-rumpeln, sondern eine Unmenge zusätzlicher Klänge die mitunter eintönig wirkenden Rhythmus-Wiederholungen durchbrechen, welche mal etwas Jazz oder Krautrock, ungewöhnliche Stimm-Samples und fast verrückt anmutende Klang-Collagen enthalten. Eindeutiger Höhepunkt dabei sind das Saxofon, das Theremin und Piano-Passagen, die den künstlichen E-Klanggebilden von ABOUT APHRODITE immer wieder natürliche gegenüberstellen und geschickt miteinander verschmelzen.Mit „Heldin der Nacht“, dem letzten Stück von „Faktor X“, kippt plötzlich die komplette, über 42 Minuten andauernde Grundstimmung des Albums und es zieht totale Harmonie, die anfangs an JEAN MICHEL JARRE erinnert und im Ambient zuhause ist, ein. Fast zu schön ist dieser Song, der sogar klaren weiblichen, sirenengleichen, weltmusikalisch anmutenden Gesang enthält.Die ideale Musik für die nächste „Terra X“-Dokumentation.Traumhaft schön und voller Bilder!
FAZIT: Eigentlich ist es sehr schade, dass es dieses musikalische Klangerlebnis nicht als physisches Album, sondern nur als Download zu erwerben gibt. Denn die Musik von ABOUT APHRODITE macht einem garantiert kein „Faktor X“ für ein U vor, weil die Beschreibung unter ihrer Homepage als „deep, dark, heavy and sweet“ sowie „euphorisierende und energiegeladene Klangreise“ genauso gut passt wie flotte bpm-Elecronics zum Saxofon. Ehrlich? Ehrlich!
Thoralf Koß

Ruhrnachrichten Dortmund Februar 2016
Harmonischer Wohlklang wie für eine Wellness-Oase
Sie sind Grenzgänger zwischen Electronica und Jazz. Ambient-Chill mischt sich mit technoiden Bumms, gewürzt mit Instrumental-Passagen, wo Hans Wanning Klavier spielt und Gilda Razani dem Saxofon Sirenenhaftes oder den Ruf von Nebelhörnern entlockt. Als Duo firmieren die beiden unter About Aphrodite, am Freitag stellten sie im Domicil ihr aktuelles Album ‚Faktor X‘ vor. ’Wir spielen in einem Zug durch und gucken mal, wohin es uns trägt, erklärt Hans Wanning, bevor die Klangexpedition startet.Die Reise beginnt atmosphärisch mit flächigen Sounds, auf die Wanning rhythmische Zweiton Phrasen setzt, Razani Saxofon Wärme haucht, bevor die pochende Basslinie einen mittelschnellen Housebeat unterlegt. Geloopte Becken rasseln, in der Video-Collage von Jan Voges wallt Rauch zu Spiralnebeln. Das Konzert und die Stücke atmen im Wechsel von träumerisch verspielten Momenten und solchen, wo elektronisches Gebrodel in wuchtiges tieffrequentes Klopfen übergeht. Manchmal regiert die Körperpeitsche von Electro und Techno, dann verebbt die Groove-Attacke und es wird wieder ruhiger und meditativ. Vorproduziertes verschmilzt mit Handgemachtem. Am Flügel produziert Wanning Klangcluster, liebliche Triller, oder scharfe Akzente . Dem elektromagnetischen Theremin entlocken Razanis Hände spukiges Wimmern, Brausen und Heulen, das sie mit der Rechten zu einem Vibrato moduliert. In der Zugabe läßt Sie das Instrument wie eine Flöte klingen. Hatte man vorher das Gefühl, sie sitzen zwischen den Stühlen (hier Electro, dort Jazz), so markiert das letzte Stück eine organische Fusion der Welten: harmonischer Wohlklang wie für eine Wellness-Oase.
Kai-Uwe Brinkmann

Mittelhessen Neue Zeitung Februar 2016
Publikum ist unterwegs in anderen Sphären
Was erwartet einen, wenn Musik mit Saxofon, Piano und Theremin angekündigt wird – und das dann auch noch elektronisch verfremdet wird? Neugierig auf die Antwort sind 90 Besucher der 1. Wetzlarer Improvisationstage gewesen.Insbesondere, was ein Theremin ist und wie das klingt, wollten sie wissen. So konnten Gilda Razani und Hans Wanning in der Abschlussmatinee experimentieren, was das Zeug hielt. Fast zwei Stunden hatten sie die volle Aufmerksamkeit aller.Das fasste die Musikerin und Komponistin Razani nach dem Konzert in die Worte: „Sie haben mit Ihrer Atmosphäre dazu beigetragen, dass wir so gespielt haben.“ Mit ihrer Komposition „About Aphrodite“ haben die beiden Musiker und Komponisten für das Publikum eine Klangskulptur erschaffen, bei der es zwar ein musikalisches Grundgerüst gab, aber keine Details und Abläufe festgelegt waren. Die Zuhörer ließen sich gerne auf das Experiment ein und auf eine außergewöhnliche Reise entführen.“Das Theremin ist ein bereits 1919 erfundenes elektronisches Instrument“, erklärt Razani. Töne werden zwischen zwei Antennen in einem elektromagnetischen Feld berührungslos erfühlt. „Dieses Feld und damit der Klang verändert sich schon allein durch die Anwesenheit der Zuhörer“, so Razani. „Wenn Sie näher an die Bühne herankämen, würde es sich wiederum ändern.““About Aphrodite“ beginnt mit Einspielungen, ergänzt durch Klaviertöne, zu denen Razani Geräusche in ihr Saxofon haucht. Zu einem immer gleichen Grundton am Klavier fügen sich kleine Melodiefolgen, unterlegt von einem elektronischen Rhythmus und sanften Saxofon-Klängen. Immer mehr Samples bilden ein Grundmuster, verziert mit perlenden Piano-Läufen und Saxofon-Improvisationen.Zu einem immer wiederkehrenden Techno-Sound bewegt Razani ihre Hände mit sehr fein abgestimmten Bewegungen zwischen den Antennen des Theremins. Wie von Zauberhand entlockt sie diesem geheimnisvollen Instrument mystische Laute.Schaltkästen dort, wo sonst die Noten liegen.Beide Musiker sind über elektronische Geräte miteinander verbunden und können ihr Spiel gegenseitig beeinflussen. Über Fußschalter können die unterschiedlichsten Sounds zugeschaltet werden, Razani kann zusätzlich die Klangfärbung mittels Fingerberührung eines „Kaoss Pads“ beeinflussen. „Dadurch klingt jedes Konzert anders.“Wanning spielt immer wieder Melodiefolgen mit der linken Hand, während er mit der rechten Knöpfe und Regler bedient. Wo sonst auf einem Klavier Noten liegen, steht alles voller Schaltkästen und Computern. Es fällt schwer, die Klänge zuzuordnen. Welcher Ton kommt woher? Was wird wie erzeugt? Geräusche wie Schüsse werden durch eine süße Klaviermelodie abgelöst, das Techno-Stampfen mit „Ugachaka“-Rufen ergänzt.Erwartungen liebgewonnener Hörgewohnheiten werden „enttäuscht“. Gnadenlos dröhnen synthetische Bässe zu lieblichen Melodien des Steinway-Flügels.Mit lang anhaltendem Applaus entlocken die Zuhörer den beiden Akteuren noch die Zugabe: „Helden der Nacht“.
Andreas Müller

Coolibri April 2015
Das elektronische Musikprojekt About Aphrodite ist nichts für faule Zuhörer, für Liebhaber dafür aber ein echter Geheimtipp. Das Dortmunder Duo kombiniert eingängige Lounge-Klänge mit weichen, konsequenten Grooves und garniert das Ganze mit Klavier, Saxofon, Flöte und hier und da ein wenig Gesang. Ungewöhnlichste Zutat des aktuellen Albums „Ocean Lily“ (Aztek Electronic Music/Australien) aber ist das seltene elektronische Instrument Theremin, das ohne Berührungen gespielt wird

NRW Jazz.net Januar 2015
Zu neuen Ufern aufgebrochen sind Hans Wanning und Gilda Razani, die sich seit letztem Jahr about aphrodite nennen.Zwei Jazzmusiker sind in die weite Welt der elektronischen Tanzmusik aufgebrochen. Deren Praxis weicht ja gar nicht mal so sehr von den Prinzipien eines Jazzers ab. Will sagen: Vieles passiert live und jeder Auftritt ist anders. Pioniertaten für die beiden Dortmunder waren mehrere vielbeachtete Auftritte, bei denen Fetih Ak und Djamel Laroussi als Perkussionisten hinzu gekommen sind – eine allmonatliche Night Session im domicil gibt allen Raum, um sich von einengenden Formaten einzelner Stücke und domestizierten Hörsituationen weiter zu emanzipieren.Die Beats und die Musik spüren, sich fallen lassen, tanzen und die Energie des Raumes spüren. Ein nehmen und Geben für Musiker und Publikum.Jetzt sind finden sich die Früchte dieses Neuaufbruchs auf Tonträger verewigt – und damit es was ganz besonderes ist gleich auf einem repräsentativen Doppel-Vinyl. Was auch den DJ freut. Dafür ist about aphrodite beim australischen Label „aztekmusic“ untergekommen. Und da befinden sich die Dortmunder in bester internationaler Gesellschaft mit Künstlern im Bereich avancierter Elektronik. Drum and Bass, Triphop, Intellegent Dance Musik leben hier fort und entwickeln sich weiter – Genres die in den 90ern wie Pilze aus dem Boden schossen – als Produzenten und Musiker die weite Welt ungeahnter Klänge und neuer Technologien atmeten, und es eine Zeitlang so schien, als würde sogar die Popmusik vor allem vom Prinzip des musikalischen Fortschritts gesteuert.Das meiste davon ist wieder in den Underground zurückgekehrt und lebt hier munter weiter. „About Aphrodite“ entführt in die Gefilde von Trance, was manchmal auch psychedelisch und immer atmosphärisch, ja lyrisch eingefärbt ist. Schwere wummernde Subbässe, energische Kicks des Drumcomputers. Pulsierende Djemben und allerhand andere Werkzeuge für ein lebendiges Perkussion-Stakkato sind im Einsatz. Darüber legt sich ein opulentes Sounduniversum mit wärmenden Synthesizer-Leads. Auf einem solchen wärmenden Teppich bewegen sich Hanns Wanning, Gilda Razani, Fetih Ak und Djemel Laroussi ganz individuell. Melodische Elemente bis zu eloquenten Jazz-Improvisationen geben fantasievolle Fluchtpunkte und erzeugen eine märchenhafte Aura – mal auf Saxophonen und Flöte, immer wieder durch Klavier-Intermezzi, aber auch durch Gilda Razanis fragmenthaft eingestreute „spoken words“, die etwas mystisches haben. Das Label spricht hier von „Future Jazz“, man kann auch durchaus Spurenelemente von Minimal Techno ausmachen. Aber was sind schon Schubladen!Vor allem, wenn hier gleichsam exotisch wie plausibel jenes älteste elektronische Instrument der Welt mitmacht – das Theremin, bei dem auf wundersame Weise mit Handbewegungen völlig berühungslos imaginäre Saiten bzw. eigentlich Magnetfelder in Schwingungen versetzt werden. Gilda Razani nutzt dieses Instrument als Melodieinstrument. Natürlich haben auch die besonders plakativen Stücke ihren Weg auf dieses Doppelvinyl gefunden, wo der sirrende, singene Theremin-Sound eines der berühmtesten Morricone-Filmmmusikthemen und auch das Albinoni-Adagio mit romantisierend ironischer Spaghettiwestern-Ästhetik auflädt. Mindestens so spannend sind aber auch die schwirrenden, vibrierenden Klanggesten, mit welchen Gilda Razani den dichten vibrierenden Elektronik-Soundteppich aus Hanns Wannings Gerätepark komplettiert.„About aphrodite“ und das neue australisches Label haben bei der Produktion ganze Arbeit geleistet. Sämtliche Stücke wurden beim sommerlichen Konzert im Gelsenkirchener Stadtbauraum aufgezeichnet. Die Nachbearbeitung des Materials lässt den Stücken aber die ganze Reife einer abgerundeten Studioproduktion angedeihen.
Stefan Pieper

Dortmunder Weihnachtsmatinee 2014
Als wären es unsichtbare Saiten, so bringen die Hände von Gilda Razani Klänge in Schwingungen, mit Glissandi und Vibrato. Die Dortmunderin spielt das Theremin, jenes älteste elektronische Instrument, welches den Ton durch unsichtbare Magnetfelder generiert – einfach ausgedrückt. Razani gehört zur Band „about aphrodite“ – zusammen mit dem Keyboarder Hans Wanning und dem Perkussionisten Fetih Ak. Wer sich in die hypnotische Mischung aus Trance-Beats und atmosphärisch dichten elektronischen Klangflächen fallen ließ, konnte auf Anhieb den ganzen Trubel ausblenden.Hans Wanning steuert in spontaner Improvisation den Mix aus Technobeats, Subbässen, Samples und Klangflächen. Fethi Ak synchronisiert seine Perkussions mit den programmierten Rhythmen. Und Gilda Razani bringt durch ihre sphärisch singenden Soloparts auf Theremin und Saxofon auf denkbar unkonventionelle Weise den Jazz in diese Mischung hinein. Das ganze kommt auf den Punkt, so dass es in diese Klangwelt hineinzieht, dass man den Trubel, der hier überall sonst herrscht, bestens meditativ ausblenden kann. So soll es sein, wie Musik funktioniert!
Stefan Pieper

Musik an sich 2014
Gilda Razani und Hans Wanning konnten schon mit ihrem gemeinsamen Bandprojekt Gilda Razani & Sub.Vision absolut begeistern. Abseits der Band spielen sie gemeinsam als Duo unter dem Namen About Aphrodite zusammen und gehen hier einen etwas anderen Weg. Der Jazz als Grundlage ist zwar geblieben, doch wird der Sound hier durch Elektronische Musik ergänzt. So entsteht ein hypnotischer Sound der enorm viel Groove aufweist und nun auf Ocean Lily verewigt wurde.Eines der herausstechenden Merkmale der Musik ist die Verwendung des Theremin, welches mit seinem ätherischen Sound viel zum besonderen Charakter der Musik beiträgt. Im Jazz habe ich dieses selten verwendete Instrument bisher noch nie verortet. Und dabei kann es durch das berührungslose Spiel und den möglichen Glissandi feinste Melodien auf diese ganz eigene Weise erzeugen. Gilda Razani gehört ganz offensichtlich zu den wenigen Musikern, die dieses Instrument wirklich beherrschen und es nicht als reine Spielerei abtun. Daneben ist sie natürlich auch eine Könnerin am Saxophon. Ein weiteres Merkmal der Musik ist der Einbau von bekannten Melodien wie ‚La vie en Rose‘ in den Klangkosmos. Man wird kurz davon gefesselt um dann wieder in andere Sphären abzugleiten. Die elektronischen Grooves – ergänzt durch das Percussionspiel von Fethi Ak und Djamel Laroussi – liefert eine feine Basis für die Musik. Hier wird nicht stupide gestampft, sondern fein ziseliert musiziert. Das besitzt Klasse. Hans Wanning weiß sehr genau, wie ein Groove funktioniert und ist auch am Piano ein Könner.Ocean Lily ist eine gelungene Melange von Jazz und Elektronik. About Aphrodite ist auf CD (oder Vinyl) eine feine Sache. Empfehlung!
Ingo Andruschkewitsch

Technoszene.com November 2014
Die beiden Musiker Gilda Razani und Hans Waning sind zusammen unter ihrem elektronischen Musikprojekt About Aphrodite auf Erfolgskurs. Poetisch und phantasievoll lassen sich Gilda Razani und Hans Wanning von der großen Sinfonie der Welt inspirieren und gestalten bewegende Soundtracks in einem einzigartig athmospärischen clubbig groovenden Sound. Dabei trifft der älteste elektronische Klangerzeuger, das Theremin, welches berührungslos gespielt wird, auf den Flügel, Saxofon, Flöte und Lyrics. Ihr neues elktronisches Meisterwerk Ocean Lily erschien auf dem Australischen Label Aztek Electronics Music…

NRW jazz.net Juni 2014
Sphärische Klangräume „about aphrodite“ im elektromagnetischen Feld
Zwei Elektroden, die als Antennen fungieren, dazu die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers, der dieses elektromagnetische Feld beeinflusst – das ist ein „Theremin“. So heißt das Instrument, dass Gilda Razani im Gelsenkirchener „stadt.bau.raum“ bespielte. Elektronische Tanzmusik erfüllte die Veranstaltungshalle. Das Duo Gilda Razani und Hans Wanning, bekannt unter „Sub.vision“ tritt nunmehr als „About Aphrodite“ auf, denn „Sub.vision war gestern, die Zukunft gehört „About Aphrodite!“, so die Saxophonistin Razani.Nach Gelsenkirchen kamen sie mit dem algerischen Percussionisten, Gitarristen und Sänger Djamel Laroussi, der auch auf der Gimbri, einer afrikanischen Kastenhals-Laute mit drei Saiten, überzeugte. Zu den virtuosesten Darbukaspielern und Percussionisten in Deutschland zählt der türkisch-stämmige Fethi Ak. Und so heißt es dann auch „About Aphrodite feat. Djamel Laroussi und Fethi Ak“. Dazu noch zusätzliche Visual Effects – von Pascal Marczona und Jan Paustian. Das Publikum war wie hypnotisiert. Vor allem, wenn Gilda Razani auf dem Theremin Töne erzeugte und dabei fast wie beschwörend ihre Hände bewegte. So entführten die vier Musiker in eine vollkommen andere Welt. Auch mal ganz weit zurück, wenn sie ihre Version des „Adagio“ von Tomaso Giovanni Albinoni spielten. Das kam so gar nicht wie Klassik daher. Eher elektronische Tanzmusik, die fast ein wenig in den Reggae überging. Dabei klang das Theremin teilweise fast wie eine Operndiva oder auch mal wie eine singende Säge. Das Stück „Nacht“ versetzte den Zuhörer in eine nächtliche Fahrt auf der Autobahn, die schnell Fahrt aufnahm, gefolgt von eintönigen Phasen, Anspannung, Schnelligkeit. „Mutti“ zeigte ebenfalls: So sphärisch und dicht die Klangräume der Stücke sind, so prägnant stehen auch immer wieder starke Melodien im Zentrum.Hans Wanning zeigte sein Können als Jazzpianist, bevor die elektronischen Klänge wieder ins Spiel kamen. Er studierte Jazzpiano und klassische Komposition am Conservatorium in Hilversum, NL. 1988 war er Preisträger beim „European Jazz Contest“ in Brüssel. Der elektronische Sound von „About Aphrodite“ fasziniert ihn und er hat sich dafür in der Clubszene in den letzten zwei Jahren in diese Art von Musik vertieft, verrät er. Insgesamt ein sehr beeindruckendes Konzert mit einzigartigem atmosphärischem Sound.

WAZ Gelsenkirchen Juni 2014
Im letzten Jahr begeisterten sie als Duo „sub.vision“ hoch oben auf dem Nordsternturm, diesmal kamen sie als Quartett in den „stadtbauraum“ an der Boniverstraße: Die Jazz-Formation „About Aphrodite“, wie sie sich nun endgültig nennt, füllte am Donnerstag abend den gut besuchten Industrieraum mit wunderbar hypnotischen, sphärischen Klangflächen.
Klang traf Licht und Videoperformance und machte den Abend zu einem attraktiv runden und sogar tanzbaren Erlebnis. Gilda Razani malte allein mit ihren Händen fragile, magische Töne in den Raum. Sie beherrscht mit großer Meisterschaft das älteste elektronische Instrument der Welt, das Theremin, lässt poetische Schwingungen durch den Raum tanzen, immer im perfekten Zusammenklang mit dem Flügel- und Keyboardsound von Hans Wanning. Immer wieder greift Razani, gebürtige Iranerin, zum Saxophon, entlockt auch diesem Instrument emotionale, warme Melodien.
Elisabeth Höving

WAZ Gevelsberg April 2014
Irgendwo zwischen abgedreht und ziemlich genial.
Bastian Haumann

NRWjazz.net September 2013
Clubatmosphäre auf dem Nordsternturm. Ein bißchen Molvaer, ein bißchen Trentemøller, eine Prise feinster Jazz, viele kreative Ideen, gewürzt mit einem ungewöhnlichen Instrument, das ist Sub.vision mit ihrem neuen Projekt ‚About Aphrodite‘.So strahlend und entspannt sah man Gilda Razani und Hans Wanning irgendwie noch nie. Ein phantastisches Konzert in einer der wohl ungewöhnlichsten Locations Nordrhein-Westfalens und ein rundum begeistertes Publikum.Ein außergewöhnliches Amalgam aus Club- und Housemusik und Jazz von Sub.vision.Neben dem komplex-virtuosen Spiel auf Tasten und Computer von Hans Wanning, war das von Gilda Razani äußerst gefühlvoll und wohl dosiert eingesetzte und zum Teil ebenfalls mit elektronischen Effekten gespielte Theremin.Die Geburtsstunde eines außergewöhnlichen Duos und einer außergewöhnlichen Spielstätte.
Bernd Zimmermann

Jazzthing April 2013 The Dorf neue Cd ‘Live‘

Das dürfte wohl mit zum grandioseten Krach gehören,der jemals das Moerser Festivalzelt bzw. die Bühne des Dortmunder Domicils erschütterte.Bandleader Jan Klare jagt seine Bigband The Dorf durch mark und beinerschütterde Dynamiken,Bläser wie der Trompeter John-Denis Renken,der Posaunist Johannes Brackmann oder die Saxofonistin Gilda Razani spielen sich die Lunge aus dem Leib, drei Bässe und zwei Schlagzeuger machen ordendlich Druck und eine Bläsersektion fiedelt orientalische Exotika oder dramatische Crescendi dazwischen.Das schüttelt einen ganzen Kosmos zwischen Free und Rock ordendlich durch, die Musiker sind durchgehend hellwach und Klare gelingt es,die ganze Bande mit Wucht und Raffinesse durch ein ambitioiertes Programm zu navigieren.Die Anleihen bei Beethovens fünfter Sinfonie erinnern an den Humor, den die Bigband von Carla Bley in den 1970er-Jahren aufwies- ein beispieloser Husarenritt.

„Berührungsfreie“ Jazzmusik: Gilda Razani spielt das Theremin“
Gilda Razani spielt das klangerzeugende Theremin.
Unter allem Jazzmusikern nimmt die Dortmunderin Gilda Razani eine herausragende Stellung ein: Sie ist eine der wenigen Musikerinnen in Deutschland, die das Theremin bedienen können. Ein Musikinstrument, das berührungslos gespielt wird!Aura des Magischen und Einzigartigen„Die Erzeugung von Tönen aus der Luft gibt dem Instrument die Aura des Magischen und Einzigartigen, die das Publikum begeistert“, erklärt Gilda Razani. „Das Theremin ist ein sehr schwer zu erlernendes Instrument,da man für das Spiel eine außergewöhnlich sensible Körperbeherrschung benötigt“, beschreibt die Künstlerin.

Jazz Podium -Dez 12

Den kreativen Nukleus des Quintetts,sub.vision’, bilden die aus dem Iran stammende und in Dortmund lebende Saxofonistin Gilda Razani und der Pianist und Keyboarder Hans Wanning. Seit 2005 entwickeln sie mit fluktuirendem Personal ihre Ideen, und für ihre dritte Cd haben sie den E-Bassisten Oliver Siegel,den Gittaristen Serge Corteyn und den Schlagzeuger Tobi Lessnow ins Studio geholt.Vom Instrumentarium her könnte die Musik dieses Quintetts in die Schublade ‘Rockjazz’ eingeordnet werden,damit wäre Sie aber nur unzureichend beschrieben.Wichtig sind die Sounds,die elektronischen Verfremdungen,die musikalischen Abläufe,die mit Sandwichformen gar nichts mehr zu tun haben,komplexe,mehrteilige Kompositionen,in denen die Improvisationen episodisch,nicht strukturbildend bleiben,eine Musik,für die die Form wengiger wichtig ist als der offene Prozesscharakter und die Impressionen und Erlebnisse zwischen Wachbewußtsein und Traum nachgezeichnet.Es gibt Stil- und Genre-Brüche,die Skurriles neben Banales stellen,weiche melodische Saxofonlinien neben rauschhafte Ausbrüche in die freie Improvisation,schamanenhafte, psychodelische Traumwelten neben die harte Alltagsrealität. Es gibt unvermittelte Auflösungen des Melodischen in schwebende,’sphärische’ Klänge über wabernd-hypnotisierenden Grooves-eine Musik,die sich ständig in allmählichen Metamorphosen,harten Brüchen,klanglichen Verdichtungen oder Überblendungen weiterbewegt.’Globalgalaktisch’ nennt Gilda Razani ihre Musik-eine Begriffsbildung, die auch Einflüsse von Karlheinz Stockhausen vermuten lässt,mit dem sie immerhin dessen Komposition ‘Sternenklang’ zur Aufführung brachte.Diese kontrastreiche und spannende,im doppelten Sinne merkwürdige Musik hat ausgeprägten Innovationscharakter und ist durchaus in der Lage, neue Wege aufzuzeigen.Benno Bartsch

Musik an sich – Nov 2012
Das kompositorische Niveau ist wieder über jeden Zweifel erhaben. Was die aus dem Iran stammende Gilda Razani und Hans Wanning hier zusammengebraut haben, gehört mit zum Besten, was es aus deutschen Landen in diesem Bereich gibt. Absolut kreativ gelingt es den beiden Musikern, Stimmugen zu erzeugen und zu atmosphärischen Klangkaskaden aufzuschichten, woran natürlich die musikalischen Mitstreiter genauso ihren Anteil haben. Oliver Siegel (Bass) und Tobi Lessnow (Schlagzeug) bilden eine famose Rhythmusgruppe, die den Songs eine mal treibende, dann wieder relaxte Grundlage bietet. Hans Wanning beweist, dass er zu den kreativen Klavier und Keyboardspielern gehört. Seine elektronischen Spielerein und Einschübe werden allerdings nicht um ihrer selbst Willen gestaltet, sondern geben den Titeln eine einzigartige Atmosphäre (auch wenn es im Song “foops“ viellicht etwas übertrieben wurde). Ein ganz großes Lob gilt vor allem Serge Corteyn, der mit seinem geschmackvollen Gitarenspiel als Begleiter wie auch als Solist glänzen kann. Und Gilda Razani hat am Saxophon und der Flöte ebenfalls nichts verlernt und verzaubert mit ihrem melodischen Spiel, das jedoch nicht ins Belanglose abgleitet.Waren auf dem Vorgänger die Referenzen Jan Garbarek oder Pat Metheny noch deutlicher herauszuhören, so gibt es zwar immer noch diese gewisse nordische Atmosphäre aber mit deutlich eigener Note, wodurch die Musik von Sub.vision noch weiter gewonnen hat. Nashira ist wieder ein klasse Album voll Kreativität und Atmosphäre. Empfehlung! Ingo Andruschkewitsch

Ragazzi -webseite für erregende MusikOktober 2012
Gilda Razani und Hans Wanning komponierten die 8 Songs ihrer neuen Cd Nashira. Sub.vision üben keine stilistische Grenzpatrouillen aus; über Jazz und Rock,progressiver avantgardistische und ambiente Gefilde hinaus,weisen die elegisch-eleganten Instrumentalstücke,die aus sanftmütiger Lyrik in rasante Emotionen hochfahren können,äußerst klangvolle schöngeistige Motive auffahren, zu drahtig schneidenden Soli ansetzen und im Rhythmusbereich für erlesen aufgefächerten,differenzierten,starken Rhythmus einstehen,einen eigenen Stil.Ethnische Motive ziehen ,wenn überhaupt,fern am Himmel vorüber,die Band konzentriert sich lieber an sphärisch elegischen Klangvorstellungen,die aus mythisch europäischen Jazz und verspielten,fast symphonischen Rock anmutig edle Songs fügen.Manchmal stapelt sich die band in smooth Jazz fusion,der durchaus in freie,avantgardistische oder gar atonale Bereiche vordringt,instrumental äußerst sorgfältig aufgebaut,und von zahllosen,dynamisch vital geprägten Jazz-Ideen voll ist-und wieder in konventionelle Bereiche zurückfällt.Das balladeske Format ist der Band auf den inspirativen Leib geschrieben:Bestes Stück dabei,zum Dahinschmelzen ohne Kitschduseligkeit: ‘herzenstöne’ Sobald Sub.vision sich aus bekannten Gewässern ins Unbekannte aufmachen und die Ungewißheit weiten Instrumentalzirkels wagen,wird alles gut.Dieser Mix:die balladeske Lyrik und die schöngeistige Verspieltheit der elegischen Themen: ist Nashira’s gute Botschaft . Volkmar Mantei

Ruhrnachrichten -März 2012
Skurile Geschichten in Musik verwandelt

Experimentelle Kunstwerke vollführten Gilda Razani,Hans Wanning und ihre Band Sub.vision im Domicil in Dortmund.Ihre Musik überschreitet viele Grenzen herkömmlicher Genres.Sub.vision mischen abgehobenen Jazz,psychodelischen Rock,romantische Klaviermusik und Elektro.Fast zehnminütige Lieder entwickeln sich aus langen Intros mit fast schon kitschigen Klavier und sanften Saxofonmelodien.Unerwartet münden sie in Geräuschmusik-von sämtlichen Tonarten losgelöst.Dunkle und athmosphärische Klangteppiche,irrsinnig schnelle Läufe und einzelne ausgiebige E-Guitarren-Soli untermalen das Klangspektakel.Prägend für die Musik waren außerdem stark fesselnde,aber nicht tanzbare Rhythmen des Schlagzeugers Tobi Lessnow unterstützt vom Bassisten Oliver Siegel.Gilda Razani entlockte ihren drei Saxofonen die unterschiedlichsten Klänge.Mal waren sie sanft und gehaucht,mal dreckig und perkussiv.Pianist Hans Wanning wechselte ständig zwischen fünf Tastaturen und sang seine Melodien selbst mit.Die Musik entfaltete aber gerade im Zusammenspiel ihre besondere Bedeutung.Jedes einzelne Instrument verlieh ihr eine neue Ebene.Die Band erzählte musikalische Geschichten,wenn auch sehr skurile.Sie hießen Lonely Ameise oder Mörmel. Anna Chernomardik

Westfälische Rundschau -März 2012

Schlanker und grooviger gefallen die Stücke des Klangästheten Hans Wanning und der beseelten Saxofonistin Gilda Razani mehr,die vielfach rockiger und weniger orientalisch inspiriert sind,als früher. Christoph Giese

Jazzthing – Mai 2009:
“Globalgalaktischer” sind Gilda Razanis Stücke jetzt nach eigener Aussage angelegt – und in der Tat scheinen im Hintergrund von “Remembrance” kleine Partikel von Klaus Schulze, Manuel Göttsching und anderen “kosmischen Kurieren” mitzufliegen. Aber keine Angst: Die Saxofonistin und Flötistin hat sich ihre Bodenhaftung bewahrt – zusammen mit ihrem Pianisten Hans Wanning hat Razani acht neue Songs kreiert, die zwischen Modern Jazz, Weltmusik, orientalischen Melismen, Tango, indischen Einsprengsel und eben einer kleinen Prise Space-Rock changieren. Maceo-Parker-Gitarrist Bruno Speight ist neu hinzugekommen und erweitert Sub.Vision zum Septett. Elegante Melodien, perlende Grooves und hypnotische Rhythmen werden von Razani und ihrer Band zu einem süffigen Musik-Cocktail verrührt, der nach Genuss ohne Reue schmeckt. Stücke wie “Awareness” oder der “Tango Mortesa” scheinen beiläufig über den ganzen Globus zu streunen und alles einzusammeln, was sich an musikalischen Morgengaben so findet. Nicht nur das macht “Remembrance” zu einem Album, wie es vor zehn Jahren noch nicht möglich gewesen wäre. rt

Jazzthetik-Juli/August 2009:
Globalgalaktisch. Die Dortmunder Powerfrau Gilda Razani hat ihre eigenen Vorstellungen von Weltmusik. Angela Ballhorn
Artikel lesen (PDF)

SPIEGEL – Mai 2009
Gilda Razani & Sub.Vision: “Remembrance” (Timeline)
Rezensenten beschreiben die Musik der aus Persien stammenden Dortmunderin und der Band Sub.Vision als hypnotisch, schwebend auf einem Zauberteppich. Stimmt.
Heinz Hilscher

MELODIVA – Juli 2009
Reflexionen, Verse und Träume. Unsagbares kommunizieren Gilda Razani und Sub.Vision auf ihrem zweiten Instrumentalalbum mit großem Können und spielender Leichtigkeit. Gilda Razani und Hans Wanning haben Kompositionen von Schönheit und Wärme geschaffen. Insbesondere auf dem Titeltrack „Remembrance“ kommunizieren die Beiden wundervoll mit Klavier und Saxofon über das Leben, die Welt und den Himmel. Abgestimmt und überzeugend ist auch das Schlagzeugspiel von Benny Mokross, der die Titel einmal driften lässt, sie an anderer Stelle aber wieder einfängt und antreibt. Die Einflüsse auf „Remembrance“ sind vielfältig und schillernd. Mal ist es das Geräusch der Natur (Wellen bei „Anour“, Regen bei „Remembrance“), mal tönt der Orient und mal klingt die Liebe im Tangoschritt. Oli Siegel setzt Elektronik und Akkordeon so organisch ein, dass sie vor allem mit dem Saxofon von Gilda Razani zu einem vollmundigen Klangganzen verschmelzen. Remembrance ist Musik für Fantasievolle, die sich den Luxus gönnen, auch am helllichten Tage einfach mal zu Träumen. Den Soundtrack zum Kopfkino liefern die hervorragenden Instrumentalisten, die hier mit viel Liebe zur und Spaß an der Musik zusammengekommen sind. Nadine Hartung

coolibri – Juli 2009
Gilda Razani & Sub.Vision: “Remembrance”
Was für eine schöne Musik! Die Saxofonistin Razani und Pianist Hans Wanning machen den Kern dieses Projektes aus, das sich durch eine einzigartige Mischung von Jazz, Weltmusik und Elektronik auszeichnet. Acht angenehm lange Stücke stiften Ruhe und Entspannung, Klangexperimente und ungewöhnliche Beats sorgen für Kurzweil und Neugierde. ASch

Musik an sich – Reviews – September 2009
Remembrance, so heißt die neue CD von Gilda Razani & Sub.Vision. Die Musik ist eine atmosphärische Mischung aus Jazz und Weltmusik mit wenigen klassischen Einflüssen und wunderbaren weichen Melodien. Stellenweise werden auch Beats und elektronische Effekte eingestreut, ohne dabei jedoch den Klang aus dem Auge zu verlieren. Musikalische Ähnlichkeiten zu Pat Metheny oder Jan Garbarek sind erkennbar, ohne diese zu kopieren. Zu eigenständig agieren die aus Persien stammende und in Dortmund lebende Saxofonistin und Flötistin Gilda Razani und ihre Begleiter. Speziell Hans Wanning, Co-Autor aller Titel und ein Meister am Piano ist enorm wichtig für den Gesamtsound. Aber auch die anderen Musiker von Sub.Vision können der Musik ihre Stempel aufdrücken und sind dennoch stets der Musik dienlich. Hier wirkt nichts übertrieben sondern alles fließt ganz natürlich aus dem Lautsprecher. Gast-Gittarist Bruno Speight aus Maceo Parkers Band fügt sich perfekt in dieses Klanggebilde ein. Remembrance ist ein echtes Highlight geworden. Die samtweichen Melodien, die verschiedenen globalen Einflüsse, das Zusammenspiel der Musiker und der Gesamtklang sind auf höchstem Niveau und so kann man hier nur die Höchstnote vergeben. Empfehlung!

SONIC Magazin für Holz- und Blechblasinstrumentarium – Ausgabe 5.2009 September/Oktober
Gilda Razani & Sub.Vision: “Remembrance”
Wie weich kann ein Saxofonklang sein? Gäbe es einen Wettbewerb, der dies forderte, Gilda Razani hätte große Chancen dort restlos abzuräumen. Samtweich ist ihr Ton. Schwebend. Gelassen. Hypnotisch. Sinnlich. Meditativ. Das Saxofon ist darüber hinaus die Eintrittskarte in einen Klanggarten. Tangogehege finden sich dort sowie indische oder persische Tonteiche. Dort tummeln sich scheue Elektrojazz-Rehe und ein ausgewachsener Tuba-Hirsch. Umherflitzende Piano-Fische und Gitarren-Frösche. Trommel-Büffel und Akkordeon-Schwäne. Alle Instrumente begegnen sich auf der Ebene des Feingefühls und der Poesie. Eine wohltuende, wärmende und absolut entspannende Klangmassage.

sound and images – April 2009
…Das Ergebnis ist ein fülligerer, abwechslungsreicherer Sound, der es erlaubt, nun kleine Ausflüge in des Nachbars Klanggarten zu unternehmen und neben heimatlichen persischen Klängen auch indische und Tango-Elemente mit zu verwerten. Gilda Razani setzt auch auf diesem Album ihr Tenor- und Sopransaxophon sowie die Altflöte phantasievoll und poetisch ein, Partner Hans Wanning garniert das ganze mit einfühlsamer Keyboard- und Programmierungsarbeit. Die Kompositionen des Duos Razani/Wanning atmen allesamt den Hauch von lässiger Professionalität und wohliger Wärme. Neben ein paar druckvollen Passagen kann das Album aber zuvorderst durch seine entspannte Atmosphäre überzeugen, wo es nicht um hazardeurmäßge Geschwingigkeitsrekorde geht, sondern um die entschleunigte Magie des Augenblicks…

track4 -Mai 2009:
Smooth und groovy schwebt das Sax darüber oder legt sich darunter. Ein Klangteppich gebildet aus verschiedenen Instrumenten, der sich nie aufdrängt, immer wieder überraschende Seiten und Einfälle präsentiert,und an Filmmusik ohne Film denken lässt, Meeresrauschen inbegriffen.
 Unter Verwendung von, unter anderen, persischen, indischen und Tangoelementen, ist hier ein satter, warmer Sound entstanden, der ein lässiges, entspanntes und vor allem professionelles Erscheinungsbild abgibt, getragen vor allem vom jazzigen, ausgewogen gespielten Sax und einem stellenweise wunderbar feurigen Keyboard, an der Basis guter Rythm. Global mutet das Klangbild an und man spürt die Spielfreude der Künstler die sich hier zusammengefunden haben…

Estland dez 2010
Estland im Jazzfieber

Vom 1.–17. Dezember wird in Tallinn bereits der 15. Weihnachtsjazz stattfinden, der die Elite der Jazzstars der Welt und Estlands in die Kirchen und Konzertsäle Estlands bringt. Die faszinierende Musik wird unter anderem von Künstlern aus den USA, der Türkei, Nigeria, Brasilien, Portugal und mehreren anderen Ländern präsentiert. Aus Deutschland kommen in diesem Jahr die Musikgruppen Gilda Razani & Sub.Vision und Clara Hill & DJ Alex Barck.

Münsteraner Zeitung 22. Juli 2010
Schmuckvolle Griffe von Gilda Razani ließen das Saxophon exzellent klingen.Gilda Razani entlockte ihren Saxophonen schier unglaubliche Töne. Eine ganz starke Leistung!

Aachener Zeitung, 10. Oktober 2011
”The Dorf’: Aus Klangchaos entstehen ganz neue Melodien
Beeindruckender Auftakt zur 10. Auflage des “In Front Festivals”“Sound, der einen in den Sitz drückt”: Die 17 -köpfige Formation “The Dorf” aus Dortmund legte zum Auftakt des 10. “In Front Festivals” in der Klangbrücke los wie die Feuerwehr.

Jazzthetik, September 2011

Highlight
Ein Highlight des Festivals kam aus der Region. Der Münsteraner Big-Band_Leader Jan Klare fuhr seine Janitscharen von The Dorf auf. Mit 25 Musikern zeigte er, was Big Band im Jahr 2011 bedeuten kann. Obwohl die Band ziemlich komplexe Stücke spielte, entlud sich hier vielmehr die pure kraft des Punk als die feinsinnige Sophistication des Jazz

Jazzthetik Mai 2011
Big Bands pflegen von alters her dasselbe Ritual. Die Arrangemnets klingen bis auf Nuancen immer gleich, die Soli glaubt man tausend mal gehört zu haben, und doch funktioniert es immer wieder, weil sich genug Leute auf dieses Ritual einlassen, ja es geradezu fordern. Alle paar Jahre gibt es eine neue Big Band, die aus diesem Trott ausbricht, das Globe Unity Orchestra, die Carla Bley Big Band, die Loose Tubes oder Jaga Jazzist zeigen, dass Akzente zu setzen auch jenseits des neu eingekleideten Althergebrachten möglich ist. Das Dorf gehört dazu.
Wolf Kampmann, Jazzthetik, September 2011
Lieber Klare, ich wollte mich bei ihnen und natürlich ihren mitmusikanten vom ” the Dorf ” für ein unvergessliches Konzert in Moers bedanken. Ich und meine Begleiter (alles offenohrige Jazzfans um die 50) waren sprichwörtlich zu Tränen des Glücks bewegt. Nach dem Konzert waren wir erstmal nicht in der Lage einen halbwegs vernünftigen Satz zu formulieren…. WOW!

Common language common sense
Am Schlagzeug wieder Akira Tana aus Japan, am Bass John Lee aus USA, am Flügel Roy Assaf aus Israel und als Solistin des Abends die Saxofonistin Gilda Razani, geboren in Teheran, aufgewachsen in Deutschland lebt sie heute in Dortmund. Sie ist ganz klar die Chefin an diesem Abend, da gibt es keine Missverständnisse, keine Konkurrenz, nur Miteinander in einer klaren Struktur. Durch Blickkontakte leitet sie die trotz weniger Probentage erstaunlich geschlossene Band. Und doch wird mit dem ersten Ton schon deutlich, dass dieser Abend vier Solisten Raum gibt. Alle Stücke sind eigene Kompositionen Razanis, oft um ein orientalisch klingendes Grundmuster arrangiert und improvisiert. Mal transparent, mal unglaublich dicht, mal langsam beginnend und das Tempo beschleunigend, mal scheinbar vorhersehrbar und dann doch erstaunlich gewendet, nimmt Razani das Publikum im überfüllten Damenhof mit in ihre weite Welten umspannende Musik.

HNA Kassel – September 2009:
Frauenpower von einem anderen Stern

Die Frauenband Hikary besteht in dieser Formation erst seit einem Jahr und hat es geschafft, ein Konzertprogramm auf die Beine zu stellen, das von Originalität geprägt ist, wie beim begeistert aufgenommenen Konzert im Schlachthof zu erleben war. Kein Wunder, denn jede der fünf Musikerinnen besitzt musikalische Wurzeln eines Herkunftlandes. Doch gehört schon eine große Meisterschaft dazu, die individuellen Ideen gemeinschaftlich umzusetzten. Das Ergebnis rückt jeden Titel in einen neuen musikalischen Kosmos und begeistert. In ’Tokio’, einer Komposition der Pianistin Natsuko Inada (aus Kassel, ursprünglich Japan), fordert das pulsierende Leben der Metropole zu irre schnellen Bebop-oder Modernjazz-Elementen heraus, die ein energiegeladenes Spiel und virtuose Klavier-und Saxopfon-Soli hervorbrachten. ’Listen’, komponiert von der Saxophonistin Gilda Razani (Iran), wandelt sich von einem leichtfüßigen lateinamerikanischen Groove in einen fetzigen Rock-Fusion-Mix und zurück. Auch bei ’Waltz-non waltz’, einer Ballade garantiert ohne Dreivierteltakt von der Bassistin Bettina Hagemann. Bei dem orientalisch anmutenden Stück‚ Sarvah’ oder dem ‚September-Funk’, komponiert von der Schweizerin Patty Stucki (fantastischer Gesang und beeindruckende Elektro-Klänge), steht eine Grundidee im Vordergrund, die variiert wird. Passend dazu das Stück‚ Avalon’, in dem die Schlagzeugerin Alexandra Gerhard-Garcia (Venezuela) fragt, was wäre, wenn König Artus Latino gewesen wäre. Die fünf Virtuosinnen konnten ihr Publikum zu langanhaltendem Applaus hinreißen.